H-Kennzeichen |  Das Historische Kennzeichen

Der Weg zum Oldtimer-Gutachten

Mit dem H-Kennzeichen zu den schönsten Oldtimer-Treffen der Saison
Mit dem H-Kennzeichen zu den schönsten Oldtimer-Treffen der Saison

Das H-Kennzeichen für Deinen Porsche 912

Der Kulturwert alter Autos wurde inzwischen auch vom Gesetzgeber anerkannt. Damit die Oldtimerei einerseits zwar als Kultur erhaltendes Hobby gepflegt werden konnte, andererseits aber die übliche Besteuerung nicht umgangen werden sollte, wurde 1997 das H-Kennzeichen aus der Taufe gehoben. 

30 – das ist die wichtigste Zahl in der Zulassung eines historischen Fahrzeugs. Dein Porsche 912 muss vor mehr als 30 Jahren erstmalig zugelassen worden sein, alternativ besteht die Möglichkeit, anhand des Baujahres das Alter nachzuweisen, damit die Bedingungen des H-Kennzeichens erfüllt sind. Aber Vorsicht, es genügt nicht nur der Nachweis des Baujahres sondern der Nachweis der ersten Zulassung. Das kann beispielsweise beim Kauf von Museumsfahrzeugen zu bösen Überraschungen führen, die noch nie angemeldet waren. Oder bei Fahrzeugen, die vor Jahrzehnten einmal als Neufahrzeuge vacuumverpackt eingelagert wurden. Die gelten jetzt nicht als Oldtimer. Als "normale" Fahrzeuge sind sie jedoch ebenfalls nicht mehr zulassungsfähig, da sie den heutigen Abgasvorschriften nicht mehr genügen. Also, bei diesen Fahrzeugen mußt Du aufpassen. Das kann eine völlige Fehlinvestition sein.

Mit der Zulassung zu einem H-Kennzeichen, welches für „historisches Fahrzeug“ steht,  kommst Du in den Genuss einiger Vorteile, wie z. B. dem eines geringeren Jahressteuersatzes

 

Die Bedingungen für das H-Kennzeichen:

  • Gültige Betriebserlaubnis oder Gutachten nach §21 StVZO (Einzelbetriebserlaubnis)
  • Begutachtung nach §23 StVZO (Verleihung zum „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgut“ )
  • Guter, erhaltenswerter Zustand des Oldtimers
  • Ursprünglicher Zustand oder mit Originalteilen restauriert
  • Anerkannt werden auch zeitgenössische Umbauten oder Umbauten, die innerhalb der ersten 10 Jahre nach der Erstzulassung erfolgten 

Ein H-Kennzeichnen weist ein Auto als anerkannt erhaltenswertes Kulturgut aus.

 Das bringt folgende Vorteile für Dich:

  • Unbeschränkter Zufahrt und Durchfahrt bei Umweltzonen.
  • Einheitliche KFZ-Steuer von ca. 191 Euro im Jahr
  • Wegfall von grüner Plakette
  • Günstige Einstufung in der Versicherung

Eine Feinstaubplakette erhält Dein 912 nicht, da der die Normen für die Abgaswerte nicht einhalten kann, jedoch darf man Oldtimer auch ohne die Plakette in Umweltzonen fahren.

Weiterhin können Autos mit H-Kennzeichen auch ohne Katalysator gefahren werden.

Vor 2007 gab es für Fahrzeuge mit einem Alter von 20 bis 30 Jahren eine „Youngtimer“-Regelung, diese gibt es nicht mehr, jedoch behalten Fahrzeuge, die diesen Status erhalten haben, die Bezeichnung. 


Bitte beachte:

" Das Kennzeichen für Oldtimer kann wieder entzogen werden, wenn größere Umbaumaßnahmen vorgenommen werden bzw. der Zustand mangels Pflege nicht mehr einem historischen Kulturgut entspricht."



Wir wollen Dir hier auch  einige Nachteile  des H-Kennzeichens nicht verschweigen.

  • Beschränkung der jährlichen Fahrleistung: Je nach Versicherer kann der Betrieb eines Fahrzeugs mit H-Kennzeichen eine maximale Fahrleistung von 10.000 Kilometern bedeuten.
  • Aufwändiger Prüfprozess: Damit ein Fahrzeug tatsächlich als H-Kennzeichen-würdiger Oldtimer anerkannt wird, muss es über ein Gutachten seine Originalität beweisen.
  • Verkehrstauglichkeit: Das Fahrzeug muss den allgemeinen Anforderungen an die Verkehrstauglichkeit genügen. Allerdings gelten für das Fahrzeug nur die gesetzlichen Bestimmungen, die zum Zeitpunkt seiner Zulassung gültig waren. Eine Nachrüstpflicht für Katalysatoren, Leuchtweiten-Regulierungen oder ggf. sogar Sicherheitsgurten besteht nicht. Dies würde auch dem Originalitäts-Gedanken zuwider laufen.
  • Eingeschränkte Nutzbarkeit: Ein H-Kennzeichen schließt ein Fahrzeug von jeglicher gewerblichen Nutzung aus. Der berühmte Hochzeits-Oldtimer darf deshalb kein H-Kennzeichen führen sondern muss als normales Fahrzeug angemeldet werden.
Nur "private" Brautfahren sind mit H-Kennzeichen erlaubt. Keine gewerbliche Nutzung.
Nur "private" Brautfahren sind mit H-Kennzeichen erlaubt. Keine gewerbliche Nutzung.


Dein Weg zum H-Kennzeichen


 Oldtimer-Gutachten ist Voraussetzung 

Zur Klärung, ob sich Dein Zwölfer tatsächlich zur Pflege des Kulturgutes eignet, ist ein Oldtimer-Gutachten einer anerkannten Prüfstelle bzw. eines Sachverständigen erforderlich. Hierbei kann es sich beispielsweise um DEKRA, TÜV, KÜS oder GTÜ handeln. Im Rahmen des Gutachtens wird geprüft, ob sich der Porsche weitgehend im originalen Zustand befindet. Wurden umfangreiche Um- oder Ausbauten durchgeführt (z. B. Niederquerschnittreifen, G-Modell Variationen, nicht zeitgenössische Lackierung etc.  etc.) oder hat das Fahrzeug einen fremden Motor erhalten, kann die Anerkennung verweigert werden. Auch wenn der Erhaltungszustand sehr schlecht ist, wird in der Regel kein grünes Licht erteilt.

Nach der erfoglreichen Prüfung auf einen originalen Zustand im zeitgenössischen Sinn nach § 9 der FZV erhältst Du Dein Oldtimer-Gutachten und danach kanns ab zum Straßenverkehrsamt gehen. Dort beantragst Du das H-Kennzeichen.

Wir wünschen Dir Gutes Gelingen!



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